Unsere Kinder

Die Kinder in unserem Kinderheim leben am Existenzminimum. Ihre Lebensumstände sind schlecht, ihre Zukunft ungewiss und zusätzlich sehen sie sich zahlreichen Gefahren ausgestzt. Was Ihnen bleibt ist die Hoffnung und ihr Wille.

Risiken

Das Kinderheim wurde von Asia’s Hope gegründet – eine gemeinnützige, christliche Organisation, die Kinder vor wirtschaftlicher und sexueller Ausbeutung bewahren will. Genau diese Gefahren stellen sich nämlich den Kindern:

Thailand ist das vermeintlich bekannteste Land weltweit für Sextourismus, das sogenannte Trafficking. Prostitution, Zwangsprostitution und alle oftmals damit einhergehenden Delikte wie Drogen, Menschenhandel, Gewalt usw. sind in Thailand große Probleme. Vor allem Mädchen aus armen Familien müssen sich prostituieren, um irgendwie die Familie über Wasser halten zu können. So geraten sie jedoch sehr schnell auf eine schiefe Bahn und können weder ein würdevolles noch ein selbstbestimmtes Leben führen.

Darüber hinaus sehen viele nicht, dass abseits der Touristenzentren die Lebensweise der Menschen sehr ursprünglich und damit extrem landwirtschaftlich geprägt ist. Kinder, deren Familie es sich nicht erlauben kann sie auf eine Schule zu schicken, werden deswegen früh in die Feld-/Plantagenarbeit eingespannt und haben so keine Chance sich zu bilden und ein besseres Leben führen zu können. Der klassische Teufelskreis der Armut hält also viele Kinder in seinem Bann gefangen.

Lebensverhältnisse

In unseren Kinderheimen leben ca. 60 Kinder, die zwischen 8 und 18 Jahren alt sind. Betreut werden sie von einer Familie (Mutter, Vater und Sohn), die selbst auf dem Gelände leben.

Das Kinderheim besteht aus einem Gebäude mit Jungenschlafsaal,  Mädchenschlafsaal und der Wohnung der Eltern. Außerdem gibt es ein Wohngebäude mit Küche, Essenssaal und einem Arbeitszimmer. Davor befindet sich eine Wiese mit zwei Toren, wo regelmäßig Fußball gespielt wird. Und am Ende des Geländes gibt es je 2 Toiletten für Jungs und Mädchen, die gleichzeitig auch Dusche sind.

Was sich so relativ normal anhört, sieht in der Realität deutlich schlechter aus. In den Schlafsälen schlafen bis zu 20 Kinder in Hochbetten auf zwei Finger hohen Matratzen – einige schlafen sogar auf der nackten Holzplatte. Es gibt außer den Tischen im Essenraum fast kein Mobiliar – die einzelnen vorhandenen Schränke würden nicht einmal für die Hälfte der Kinder reichen. Deswegen suchen sich die Kinder Verstecke auf dem Gelände für Ihre wenigen Habseligkeiten, die sie dafür wie Schätze hüten.

Die Eltern gehen für die Kinder einkaufen, kochen müssen sie aber selbst, was die ältesten Mädchen übernehmen, genauso wie das Waschen. Die Küche ist jedoch klein und spärlich, das Geschirr alt und verschmutzt.

Am schlimmsten sind wohl aber die Sanitäranlagen. Für 30 Kinder gibt es 2 Toiletten, die einfach geflieste Zellen mit Stehtoilette (Loch im Boden mit Schüssel zum darauf knien/stellen) und Wasserschlauch zum Duschen ausgestattet sind. Die Toiletten stinken, sind schmutzig und über die Hygiene möchte man gar nicht erst nachdenken. Für junge Mädchen während der Periode ist es eine absolute Katastrophe.

Eine medizinische Versorgung gibt es übrigens nicht. Es gibt weder Krankenversicherung noch Geld für Medikamente, weshalb das Motto heißt: Zähne zusammen beißen und hoffen das es vorbei geht.

Tagegeschehen

Morgens werden die Kinder zur Schule gefahren und kommen nachmittags gegen 4 Uhr zurück. Das Wochenende verbringen die Kinder komplett im Kinderheim. Ihre Eltern sehen die meisten Kinder nur ein Mal im Jahr, da der Weg zu ihnen in die Berge beschwerlich und teuer ist.

Die Kinder sind quasi vollständig auf das Kinderheim angewiesen. Manche bekommen zwar nach finanziellen Möglichkeiten der Eltern etwas Taschengeld, dieses reicht aber kaum für mehr als ein einziges besonderes Mittagessen (im Monat!).

Die Zeit verbringen die Kinder zunächst mit Hausaufgaben, danach spielen die Jungs meist Fußball auf der Wiese. Die Mädchen spielen Karten oder singen gemeinsam. Abends gibt es meist eine gemeinsam Veranstaltung zum Beten und Singen.

Die Kinder werden alle christlich Erzogen und haben eine starke Bindung zu Gott, der ihre einzige (imaginäre) Bezugsperson ist. Die Eltern des Kinderheims können sich bei weitem nicht um alle Kinder kümmern, sodass die Kinder nur sich selbst haben. Dadurch ringen die Kinder um die Aufmerksamkeit jedes Freiwilligen, der dort hilft, und sehnen sich nach Streicheleinheiten. Sie freuen sich unendlich, wenn jemand sich ihnen zuwendet, sich um sie kümmert und mit ihnen spielt oder Zeit verbringt. Diese doch so normale Sache ist für die Kinder ein Highlight!